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17.12.03

Relativitätstheorie der Psyche
gruppe12 / Johannes Rosenberg
 
     
 

 Wir werden hier im folgenden die Relativität von Raum und Zeit und Ihre Auswirkungen auf die Psyche betrachten. Psyche und Seele und Bewusstsein werden synonym benutzt.

Geschwindigkeit und Gravitationsfelder als Beschleunigungszustände

Die Relativitätstheorie sagt aus, dass für ein Teilchen, das sich mit großer Geschwindigkeit bewegt, die Zeit langsamer vergeht. Eine hohe Geschwindigkeit ist nur dadurch erreichbar, dass auf dieses Teil vorher eine positive Beschleunigung gewirkt hat. Anders ausgedrückt ist die Geschwindigkeit eines Teilchens das Ergebnis der Beschleunigungen, die auf es gewirkt haben. Wir wollen daher im folgenden bei der Psyche von einem Beschleunigungszustand reden statt von der Geschwindigkeit selber. Dabei ist jedoch immer zu berücksichtigen, dass der Beschleunigungszustand nicht das Maß der Kraft ist, die gewirkt hat, sondern das Maß der Wirkung dieser Kraft. Tatsächlich erfährt der menschliche Körper ja die dauernde Beschleunigungskraft der Erdanziehung, diese entfaltet jedoch keine Summationswirkung, die Geschwindigkeit nimmt nicht zu, außer im freien Fall natürlich. Im Gravitationsfeld der Erde wirkt die Oberfläche als gleichstarke gegengerichtete Kraft, so dass sich die Beschleunigung nicht in zunehmender Geschwindigkeit ausdrückt und sich somit den Beschleunigungszustand im Laufe der Zeit nicht ändert. 
Der Beschleunigungszustand im Gravitationsfeld, der ja ebenfalls das Vergehen der Zeit relativistisch beeinflusst, drückt sich hier also nur direkt durch die Kraft des Gravitationsfeldes aus, es findet im Gegensatz zur Geschwindigkeit jedoch keine Summationswirkung statt. 

Die Psyche als masseloses Teil

Wenn im folgenden die Relativitätstheorie auf die Psyche angewendet wird, so hat dieses als Voraussetzung, dass wir die Psyche als physikalisches Teilchen betrachten und ihr physikalische Eigenschaften zuordnen. Selbstverständlich kann von der Psyche als Teil überhaupt nur geredet werden, wenn man ihr eine eigene Realität zuspricht und sie nicht nur als Ergebnis neuronaler Prozesse im Gehirn versteht. Es mag nun viele Leser geben, die hier bereits die Lektüre abbrechen wollen, es sei jedoch empfohlen weiterzulesen und anschließend zu versuchen, die hier dargestellten Zusammenhänge und  mit der neuronalen Theorie zu erklären. Also davon ausgehend, dass die Seele bzw. Psyche eine eigenständige Existenz besitzt und in dieser Welt als reales Teil erscheint, lässt sich vermuten, dass dieses Teil eine sehr geringe Masse hat. Bis jetzt sind keine realen Masseverluste bei Eintritt des Todes (nach der aktuellen Definition das Ende der Gehirnfunktion) festgestellt worden. Zwar hat es immer wieder Versuche gegeben, hier messbare Verluste als Nachweis für die Realität einer eigenständigen Psyche zu finden, aber diese Versuche sind gescheitert. 
Schon immer ist die Psyche mit Energie gleichgesetzt worden, ohne einen festen Ort im Körper, an dem sie sich aufhielte. Wenn man diese Betrachtung als richtig akzeptiert so folgt daraus, dass die Ruhemasse der Seele gleich null und somit also am ehesten mit dem Photon vergleichbar ist. Auch diese Betrachtung deckt sich weitgehend mit den Beschreibungen der Mythologien und Religionen. Man mag einwenden, dass diese Mythologien und Religionen die Psyche/Seele nie als physikalisches Teil betrachtet haben, aber genau hierin sehe ich die große Chance der Relativitätstheorie. Der Gedanke, dass die Seele sich physikalisch nicht beschreiben ließe, widerspricht unserer Alltagserfahrung, nämlich der Tatsache, dass eben diese Psyche die physikalische Welt beeinflusst, z. B. durch Auslösen eines neuronalen Impulses. Es kann diesen Einfluss der Seele nur geben, wenn sie auch physikalisch in Erscheinung tritt. Nun es ist nie gelungen, hier messbare Merkmale der Seele zu benennen und das soll im folgenden auch gar nicht versucht werden. Umgekehrt jedoch gilt, dass wenn die Psyche/Seele physikalische Eigenschaften besitzt, dann lassen sich Wirkungen physikalischer Ereignisse auf die Psyche beschreiben und Aussagen grundsätzlicher Art über die Verhaltensmöglichkeiten der Seele machen.

Die Verbindung der Seele mit dem Körper

Wir sagten, dass die Seele noch am ehesten mit dem Licht verglichen wurde und dass das Photon als masseloses Teil noch am ehesten die physikalischen Eigenschaften der Psyche wiederspiegelt. Nun, über das Photon wissen wir einiges z. B.:
Es kann Lichtgeschwindigkeit erreichen, wenn es sich als Lichtstrahl frei durch den Raum bewegt. Wenn das Photon von einem Elektron eingefangen wurde, so nimmt es die Geschwindigkeit des Elektrons an, die unterhalb der Lichtgeschwindigkeit liegt.
Auf den Menschen übertragen: Die Seele wird durch den Körper eingefangen, sie befindet sich in einem ähnlichen  Beschleunigungszustand wie ein eingefangenes Photon.
Sie verändert den Zustand des Körpers in Analogie zum Photon und steigert den energetischen Zustand. Beim Menschen ist dieser Unterschied der Unterschied zwischen Leben und Tod. Natürlich ist hier der Vergleich mit einem einzelnen Photon unpassend. Wir gehen hier davon aus, dass die Seele wie ein Wellenpaket, wie eine Struktur, eine energetische Struktur, die gewissermaßen am Körper andockt, zu betrachten ist. 

Zu vermutendes Verhalten

Wenn die Seele eine ruhemasselose Struktur darstellt, wäre zu erwarten, dass sie keinen starren Beschleunigungszustand besitzt. Je nach energetischen Zustand müssten erhebliche Unterschiede der Beschleunigung auftreten, die sich bis zu Zuständen nahe oder gleich der Lichtgeschwindigkeit erstrecken. Grundsätzlich wäre keine sehr hohe Energie erforderlich um Änderungen der Beschleunigung zu bewirken. Selbst ein Zustand, der dem freien Photon entspricht, wäre denkbar. Die Energieänderungen könnten dabei sowohl von der Seele als auch vom Körper ausgehen. Die Wechselwirkung zwischen Körper und Seele ist grundsätzlich in beiden Richtungen möglich. Des weiteren wäre die Wahrnehmung von Raum nicht starr sondern flexibel, es müssten Zustände auftreten, die den Raum mal größer mal kleiner erscheinen lassen. Natürlich würde sich auch hier die Möglichkeit zu wahrhaft abenteuerlichen Spekulationen über Bewegungen im Hyperraum, in wahrscheinlichen Welten (bevor die Wellenfunktionen zusammenbrechen) und ähnliches bieten. Oh ja, dieser Gedanke der masselosen Seele öffnet Türen die unsere Vorstellungskraft sprengen und uns in eine neue unbekannte und doch bekannte Welt führen könnten, in der selbst das "Unmögliche" real ist , aber das soll hier an dieser Stelle nicht Gegenstand der Erörterung sein.

Die vermutete Wahrnehmung des vermuteten Verhaltens

Die Schnittstelle zwischen Seele und Körper ist der Bereich, in der die Wahrnehmung stattfinden müsste. Wenn also von Veränderungen der Raumwahrnehmung gesprochen wird, so ist damit nicht die Wahrnehmung des Raumes, die uns durch unsere Sinne des Körpers vermittelt wird, gemeint. Hier basiert die Wahrnehmung auf der Umsetzung äußerlicher Reize. Der Bezug jedoch der Seele zu diesen äußerlichen Reizen müsste ein merkbare Wahrnehmungsverschiebung je nach Beschleunigungszustand mit sich bringen. Der Unterschied ist in der Schnittstelle selbst zu erfahren. Der Raum, den die Seele wahrnimmt ist eben der Körper, ist der Eindruck der Größe des Körpers, und dieser müsste sich je nach Beschleunigungszustand ändern. Das gleiche gilt für die Zeit. Das Ticken des Sekundenzeigers wird von außen vermittelt, es erscheint nicht in Zeitlupe, die Wahrnehmung jedoch, was dies für uns bedeutet, also die Wahrnehmung der Zeit selbst müsste sich für uns ändern. Bei erreichen des maximalen Beschleunigungszustandes, Lichtgeschwindigkeit, müsste von einem Moment zum anderen Zeit vergangen sein, von der wir nichts wissen. Für uns ist keine Zeit vergangen, aber die Uhr oder der Kalender sagen etwas anderes.

Überprüfung der Theorie

Spontane Änderungen der Zeitwahrnehmung
Die "mangelhafte" Wahrnehmung der Zeit durch den Menschen wird oft als Beweis für die Unzulänglichkeit der subjektiven Wahrnehmung herangezogen. Jeder Mensch, und dies gilt wohl, von sehr extremen Ausnahmen abgesehen, für wahrhaft jeden Menschen, kennt die unterschiedliche Wahrnehmung von Zeit. Dies geschieht zumeist spontan, also ohne eine willentliche Entscheidung und ohne das wir dies beeinflussen können.
Wir nehmen definitiv das Vergehen der Zeit sehr unterschiedlich wahr. Sie kann sowohl sehr langsam vergehen, z. B. wenn wir sehnsüchtig auf etwas warten, oder auch sehr schnell, wenn wir etwas mit viel Freude tun oder erleben. Es bedarf einiger Übung, bis wir auch ohne Uhr in der Lage sind, die vergangene Zeit zutreffend einzuschätzen. Aber auch dies gelingt. Das heißt, dass wir in der Lage sind, unsere subjektive Wahrnehmung auf den objektiven Rahmen umzudeuten und dies eben bei spontanen Änderungen. Die spontanen Änderungen des Beschleunigungszustandes können in Ausnahmesituationen sehr extrem werden. Eine typische Erfahrung ist eine extreme Verzögerung der Zeitwahrnehmung in Schocksituationen, wie Verkehrsunfällen. Übereinstimmend bei der überwiegenden Zahl der Menschen wird hier die Zeit gedehnt, und wir erleben eine  10tel Sekunde wie mehrere Sekunden. Ebenso können in sehr intensiv positiv erlebten Situationen Stunden wie Minuten verfliegen. Das Erleben der Zeitdehnung ist  eine sehr  typische verbreitete Alltagserfahrung des Menschen.
Jeder von uns kennt noch eine andere Erfahrung: Je älter wir werden, desto schneller vergeht die Zeit um uns herum, oder umgekehrt, je jünger wir sind, desto langsamer vergeht sie. Auch dies geschieht spontan, ohne eine Beeinflussung von uns. Interessant ist hier, dass für Kinder insgesamt die Zeit wesentlicher langsamer vergeht, sie aber trotzdem oft jedes Gefühl für die vergangene Zeit verlieren. Was nun auf einen hohen Beschleunigungszustand hindeutet. Bei Kindern scheinen zwei Effekte sich gegenseitig zu bedingen: Zum einen eine größere Flexibilität der Beschleunigungszustände, zum anderen eine insgesamt niedrigere Beschleunigung des Bewusstseins.
Zu den extremsten Erfahrungen gehört natürlich der Zeitsprung, das Vergehen von äußerlicher Zeit, ohne dass wir ein Vergehen der Zeit wahrgenommen haben. So zumindest fühlt sich das Erlebnis einer Ohnmacht an. Aber was hier auf ersten Blick wie ein exotischer seltener Zustand aussieht, schon seit längerem ist das "in Ohnmacht fallen" aus der Mode gekommen, entpuppt sich beim Zurücktreten als Alltagserfahrung, wobei "All"tag hier wörtlich zu nehmen ist. Jeden Abend legen wir uns schlafen und jeden Morgen wachen wir auf, und dazwischen ist Zeit vergangen, aber nicht für uns. Der traumlose Tiefschlaf, unsere allnächtliche "Ohnmacht" wird mit dem Fehlen von Wahrnehmung erklärt, aber ob das die Wirklichkeit trifft? Auch im Traumschlaf kann die Wahrnehmung von Zeit erheblich von der tatsächlich vergangenen Zeit abweichen. Aber auch hier gilt, dass der Geübte die nächtlich vergangene Zeit recht gut abschätzen kann, so als könne er die Körperuhr lesen, denn deren Zeit ist starr, der Körper hat ja Ruhemasse.

Nun, die Wahrnehmung von spontanen Zeitverschiebungen ist eine typische und alltägliche Erfahrung und die richtige Wahrnehmung von Zeit für den Überlebenskampf sehr wichtig. Es liegt auf der Hand, dass eine unzulängliche subjektive Wahrnehmung, eine Täuschung unserer Wahrnehmung, wohl kaum einen Evolutionsvorteil bieten würde. Es scheint mehr so, dass wir durch Übung in der Lage sind, diese beiden Zeitsysteme abzugleichen. Bleibt zu fragen, welche Vorteile denn ein relativistisches Bewusstsein, eine masselose Seele hätte.

Nicht-spontane, also gezielte Änderungen der Zeitwahrnehmung
Der Ungeübte wird sagen, das geht ja gar nicht, sich vorzunehmen, dass die Zeit um einen herum schneller vergeht. Es gibt auch meines Wissens keine Übungen, die genau dieses Ziel haben. Aber es gibt viele Übungen, die versuchen, einen anderen Bewusstseinszustand zu erlangen. Beispielhaft aufgezählt seien: Autogenes Training, Yoga, Zen und Meditation allgemein.
All diesen Übungen ist gemeinsam, dass eine Trennung vom Äußeren, der Umgebung erfolgt, und eine Hinwendung nach innen. Selbst im ZaZen mit geöffneten Augen liegt die Konzentration auf der eigenen Atmung. Ein gezieltes nach innen schauen verändert den Bewusstseinszustand. Alle, die Erfahrung in Meditationsübungen haben, berichten übereinstimmend, dass die Zeit während der Meditation sehr schnell vergeht. Dehnungen der Zeit um den Faktor 6 sind durchaus typisch, d. h., das dem Meditierenden eine Stunde wie zehn Minuten erscheinen. Messungen haben ergeben, das die Gehirnwellenmuster sich zu theta- oder sogar Alphawellen verschieben. Diese Muster wiederum entsprechen dem Schlaf bzw. Tiefschlaf, nur dass der Meditierende bei wachen Bewusstsein ist. Die Zeitdehnung wird dabei sehr bewusst wahrgenommen, der Meditierende spürt , wie innere und äußere Zeit "Auseinanderscheren". Es stellt sich hier die Frage, was ist überhaupt die Wahrnehmung von Zeit.

Wenn es eine Wahrnehmung von Zeit gibt, die unabhängig von der äußeren Zeit, die mittels Uhren usw. gemessen wird, gibt, woran orientiert sich diese, was wird wahrgenommen? Wir würden hier sagen: Der Beschleunigungszustand des Bewusstseins. Dieser kann gefühlt und die Auswirkungen auf die Zeit durch Erfahrung gelernt werden.

Spontane Änderungen der Wahrnehmung von Raum
Auch hier ist zu betonen, dass nicht gefordert ist, dass der Raum selber oder die Gegenstände innerhalb des Raumes als größer oder kleiner wahrgenommen werden, sondern das subjektive Gefühl der eigenen Größe in Verhältnis zur Umgebung sich ändert. Man müsste sich also spontan "klein" bzw. "kleiner" fühlen" als man sich normalerweise empfindet und da man als Vergleichsmaßstab für die äußere Welt immer den Körper hat, wäre das ein Gefühl, als würde man in seinem Körper schrumpfen, oder anders ausgedrückt, man weiß wie groß man ist, fühlt sich aber viel kleiner. Dies ist keine ungewöhnliche Erfahrung. Viele Menschen, die von ihrem Vorgesetzten "runtergemacht" werden, fühlen sich auch genauso so, nämlich kleingemacht. Und dieses Gefühl wird auch als Größe wahrgenommen, man fühlt sich tatsächlich in einer solchen Situation kleiner als man ist.  Spontane Änderungen mit der Auswirkung, dass man sich größer fühlt, sind schwieriger zu erfassen. Um beim vorherigen Beispiel zu bleiben, führt die Reduktion der Größe dessen, der runtergemacht wird, nicht zwangsläufig zu einem Gefühl der Größe auf Seiten des Vorgesetzten. Insgesamt fühlt man sich größer, wenn man etwas tut, dem man sich gewachsen fühlt, das man beherrscht, und kleiner, wenn man sich hilflos fühlt, jedoch sind diese Wahrnehmungen normalerweise nicht mit der Wahrnehmung von räumlicher Größe verbunden und führen auch seltener zu einem Gefühl der Größe in Bezug auf den eigenen Körper.
Dies lässt sich wohl dadurch erklären, dass wir bei der Wahrnehmung von Größe immer sehr viele Bezugspunkte im Äußeren haben, insbesondere den eigenen Körper. Die Wahrnehmung von veränderten Raum wird ständig durch äußere Referenzen korrigiert.

Nicht-spontane, gezielte Änderungen der Raumwahrnehmung
Auch hier wollen wir wieder Beispiele aus dem Bereich der "Bewusstseinveränderung" durch Meditation anführen. Grundsätzlich sind hier, wie schon bei den spontanen Änderungen, veränderte Wahrnehmungen seltener. Es gibt im Bereich des Zen Übungen, in denen der Meditierende absichtlich versucht, sich immer größer zu fühlen. Diese Übung gelingt nicht mehr jedem sondern setzt größere Erfahrung und Disziplin voraus. Wer darüber jedoch verfügt, erreicht das Ziel, sich wesentlich größer zu fühlen, regelmäßig. Zen wird mit offenen Augen ausgeführt, jedoch wird der Übende angehalten, sich von der äußeren Welt zu lösen. Beim Gefühl der Größe wird also nach wie vor die Umwelt, z. B. der Raum in dem man meditiert, in seiner normalen Größe wahrgenommen, durch die innere Loslösung von der äußeren Welt wird diese Wahrnehmung jedoch nicht mehr als Referenz benutzt. Der Meditierende nimmt sich also so groß wahr, wie ein Berg und dieser riesige Berg sitzt auf einem Meditationskissen im Kloster. 

Koppelungen von Zeit- und Raumwahrnehmung
Wenn die veränderten Wahrnehmungen auf einem veränderten Beschleunigungszustand des Bewusstseins zurückzuführen sind, so würde daraus folgen, dass erhöhte Beschleunigungszustände zur Verkürzung der subjektiv wahrgenommenen Zeit und zur Vergrößerung der eigenen räumlichen Ausdehnung führen müssten, während verminderte Beschleunigungszustände mit einer Verlängerung der Zeit und Verkleinerung der räumlichen Ausdehnung einhergehen müssten. Entgegengesetzte Koppelungen dürften nicht vorkommen.
Nun, die typischen Wahrnehmungen von Verkürzung der Zeit sind sicherlich jene, bei denen wir etwas mit Freude erleben und "ganz" dabei sind. Sich in solchen Situationen klein zu fühlen, würden wir tatsächlich als unpassend ansehen, eher ist es so, dass wir uns und teilweise unsere Umgebung ausfüllen. Der umgekehrte Fall, z. B. in Schocksituationen, wird deutlich eher als ein Kleinsein empfunden, aber sicher nicht als ein Ausfüllen und Großsein in Bezug auf unseren Körper. Zu Schlaf und Ohnmacht lässt sich nicht viel sagen, beide gehen nicht mit Raumwahrnehmungen einher. Wenn wir "runtergemacht" werden, geht das typischerweise nicht schnell vorbei sondern eher langsam und wenn wir uns im Zahnarztstuhl gar nicht mehr groß fühlen dann vergeht auch die Zeit sehr langsam.
Meditationen, mit dem Ziel sich klein zu fühlen, sind mir nicht bekannt, bei der Übung sich groß zu fühlen, vergeht die Zeit meditationstypisch schnell.
Es finden sich also Koppelungen wie sie nach der Hypothese vorrausgesagt wurden und keine, die der Hypothese entgegenstehen.

Zusammenfassung

Es finden sich zahlreiche Ereignisse, die bestätigen, dass sich unser Bewusstsein wie ein masseloses physikalisches Teilchen verhält. All diesen ist  gemeinsam, dass sie von der Wissenschaft bisher als "Einbildung", "nur subjektive Wahrnehmung ohne Bezug zu einer Wirklichkeit" angesehen werden. Erklärt werden solche Wahrnehmungen mit Veränderungen der Gehirntätigkeiten, die zur jeweils speziellen Fehlwahrnehmung führt. Es soll hier auch nicht bestritten werden, dass sich veränderte Beschleunigungszustände selbstverständlich in Reaktionen des Gehirns erkennen lassen, jedoch liegt in diesen Reaktionen nicht unbedingt die Ursache, sondern sie stellen die Wirkung der Veränderung der Beschleunigung des Bewusstseins dar oder führen zu eben dieser Beschleunigung.  Jedenfalls lässt sich aus den Veränderungen der Gehirnaktivitäten nicht die Veränderung der Wahrnehmungen logisch in irgendeiner Form ableiten. Wieso führen denn Thetawellen zu einer Verkürzung der wahrgenommen Zeit? Mit welchem Sinnesorgan nehmen wir das Zeitgefühl überhaupt wahr? Die Erklärungen der Wissenschaft werfen zur Zeit nur neue Fragen auf und konstruieren ein Bild des Menschen, in dem die Uhr die menschliche Schwäche der fehlerhaften Zeitwahrnehmung korrigiert. Diese Perspektive des unperfekten Menschen, gemessen an Automaten, verkürzt den Menschen auf ein zufälliges Produkt aus biochemischen Vorgängen, die ohne jeden Sinn und mit vielen Schwächen behaftet dem Irrtum Ihrer Sinnsuche verfallen sind und hiervon durch die heroische Wissenschaft befreit in einem sinnlosen Leben verkrampft an jede Sekunde davon hängen. Welchen Sinn hat Wissenschaft in einem zufälligen Chaos? Sie vermittelt uns Gesetzte, die ihrerseits doch nur zufällig hier gelten und muss sich am Ende damit auseinandersetzen, wie sie Ethik und Moral, Menschlichkeit und Menschenwürde überhaupt rechtfertigen will.
Wenn jedoch das Bewusstsein ein masseloses Teilchen ist, bzw. eine masselose energetische Struktur, dann ist der Mensch nach wie vor allen Automaten weit überlegen, weil er an die starren Gesetzte der Newtonschen Raumzeit nicht gebunden ist.  Dann ist der Tod des Körpers eben nicht der Tod des Bewusstsein, da beide zwei verschiedene und nur vorübergehend miteinander verbundene Elemente sind. Die Änderung des Beschleunigungszustandes der Seele setzt zwingend voraus, dass sie vom Körper unabhängig ist. Aus dieser Perspektive sind out of body  Erfahrungen, Telepathie und sogar der Blick in die Zukunft die logische physikalische Konsequenz aus der Natur unseres Bewusstseins. Der Unterschied zwischen lebendig und tot ist dann kein konstruierter mehr, sondern der Unterschied zwischen beseelt und unbeseelt.
Oben ist das Phänomen erwähnt, dass wir Menschen, je älter wir werden, die Zeit als immer schneller vergehend erleben. Ein Bewusstsein, dass aus dem menschlichen Körper entstünde, würde das Zeitgefühl dieses Körpers erben. Und dieses wäre gebunden an die Erde seit Milliarden von Jahren. Dieser Effekt, der sich stetig in einer Richtung ändernden Zeitwahrnehmung, so als würde das Bewusstsein immer weiter beschleunigt, lässt sich nur erklären, wenn wir annehmen, dass das Bewusstsein mit Eintritt ins Leben einem Beschleunigungsprozess ausgesetzt ist und angesichts der schnellen Verschiebungen bei Kindern mit einem sehr niedrigen Zustand hier "ankommt" und dann mit großer Energie beschleunigt wird. Zeitdehnungen setzten enorme Geschwindigkeiten oder Gravitationskräfte voraus. Die Gravitation der Erde würde genau eine solche Wirkung erzeugen, wenn sie permanent auf die Geschwindigkeit einer Struktur wirken würde.

Ausblick

Die Rückkehr zu einem Menschenbild, dass ihm wieder eine Seele gibt, die starre Einheit von Körper und Geist auflöst, wird die Menschheit nicht auf Anhieb friedlicher, glücklicher oder weniger gewalttätig machen. Denn als diese Menschenbilder herrschten, gab es schon Gewalt, Kriege, Hass und Willkür. Aber sie wird der Menschheit insgesamt mehr Kraft verleihen, und dieser bedarf es um die herrschenden Probleme zu lösen. Wann immer der Mensch einen wichtigen Teil der Wirklichkeit verleugnet oder verdrängt, verliert er dabei Kraft, die Kraft eben, die er braucht, um die Trugbilder aufrechtzuerhalten. Wie viel Geld ließe sich sparen, wenn Sterben wieder ein Teil des Lebens ist gegen den nicht mit allen Mitteln gekämpft werden müsste? Wie viel gesünder würden sich Menschen fühlen, wenn sie ihren Wahrnehmungen wieder mehr vertrauen dürften? Und wie spannend mag das Leben in einer Gesellschaft sein, in der mehr als eine Realität als real existiert? Wie viele Visionen könnten Realität werden, wenn wir lernen mit dem Bewusstsein statt mit Raketen in ferne Welten zu reisen?

Johannes Rosenberg
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