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10.02.2004

Die Grundlagen des Beweisens 2
gruppe 12 / Johannes Rosenberg

 
     
 

 

Die Hypothese

Die Hypothesen stellen die Grundannahmen aller Theorien dar. Dabei gilt grundsätzlich, dass Hypothesen beweisbar sein müssen. Gemeint ist hiermit, dass eine Annahme nur dann als Hypothese betrachtet werden kann, wenn Sie sowohl den Beweis als auch den Gegenbeweis zulässt.

Problematisch für alle Hypothesen sind die Existenzannahmen. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, die Existenz einer Sache zu behaupten oder die Nichtexistenz einer Sache zu behaupten.

Die Existenz einer Sache wird bewiesen dadurch, dass sie wahrgenommen wird. In der Welt der Naturwissenschaften muss diese Wahrnehmung mittels Messapparaturen belegt werden und diese Wahrnehmung muss replizierbar sein. Die Behauptung also, dass es die Sonne gibt, lässt sich mittels Wahrnehmung und mittels Messung jeden Tag aufs neue belegen. Schwieriger ist es mit dem Behauptung, dass es die Sonne nicht gibt. Nun scheint auf den ersten Blick der Beweis, dass es die Sonne gibt, die Behauptung, dass es die Sonne nicht gibt, zu widerlegen. Rein theoretisch ist jedoch die Behauptung, dass es die Sonne nicht gibt, dadurch zu stützen, dass man annimmt, das alle Wahrnehmung und alle Wahrnehmung von Messungen nicht real existieren, sondern die ganze Welt in Wahrheit eine Illusion sei. Dass diese Behauptung durchaus einen Anspruch auf Richtigkeit hat, im Buddhismus, insbesondere im Zen Buddhismus, wird sie so vertretenen, soll hier nicht weiter erörtert werden.

Solange die überwiegende Anzahl der Menschen davon ausgeht, dass die Wahrnehmung von Dingen einhergeht mit der Existenz dieser Dinge, ist es zumindest sinnvoll, von der Existenz dieser Dinge auszugehen, auch wenn letztlich niemand beweisen kann, dass sie nicht doch nur eine Illusion sind.

Wir wollen also im weiteren von der Annahme ausgehen, das die uns umgebende Welt real ist.

Unter dieser Annahme wird die Behauptung, dass es die Sonne nicht gibt, durch die Wahrnehmung der Sonne widerlegt.

Daraus folgt, dass die Behauptung der Nichtexistenz einer Sache, oder einer Gesetzmäßigkeit, durch die Wahrnehmung dieser Sache bzw. dieser Gesetzmäßigkeit widerlegt wird, die Nichtwahrnehmung dieser Sache jedoch keinen Beweis darstellt. Bei der Behauptung der Nichtexistenz einer Sache lässt sich also nicht die Behauptung sondern nur die Gegenteil beweisen.

Die Behauptung der Existenz einer Sache kann durch die Nichtwahrnehmung dieser Sache nicht widerlegt werden. Dies ist das Problem, das sich bei der Behauptung, dass es Gott gibt, stellt. Die Existenz einer Sache lässt sich beweisen, es lässt sich aber das Gegenteil nicht beweisen.

Daraus folgt, dass Hypothesen über Existenz oder Nichtexistenz grundsätzlich unwissenschaftlich sind, da sie jeweils nur das eine, nämlich Beweis bzw. die Widerlegung zulassen.

Nichtsdestotrotz basieren alle wissenschaftlichen Theorien auf der Grundannahme der Existenz oder Nichtexistenz.

Betrachten wir also Existenz- beziehungsweise Nichtexistenzannahmen, so haben lediglich Annahmen, die auf der Existenzbehauptung basieren, im Kontext der Wahrnehmung einen Sinn. Zwar lässt sich das Gegenteil nicht beweisen, jedoch ermöglicht die Wahrnehmung beziehungsweise Messung der behaupteten Existenz eine positive Bestätigung. Dies gilt für Nichtexistenzannahmen nicht, diese lassen sich nicht positiv bestätigen, sondern lediglich widerlegen.

Somit ist die Grundlage aller Naturwissenschaft die Behauptung der Existenz des beobachteten. Die Naturwissenschaft schränkt der Existenzannahme allerdings auf solche Existenzen ein, die sich messtechnisch direkt oder indirekt beweisen lassen. Diese Form der Einschränkung enthält implizit jedoch die Behauptung, der Nichtexistenz alles nicht messbaren.

Natürlich werden jetzt alle Naturwissenschaftler heftig widersprechen. Schließlich wird nur behauptet, dass alles nicht messbare nicht beweisbar ist. Übersehen wird dabei, dass das Gebäude der Naturgesetze versuchte zu erklären, warum und wie die Welt um uns herum funktioniert, was die Gesetze sind, die das Verhalten der Planeten und des Menschen bestimmen. Im Zeitalter der Gentechnologie, Molekularbiologie und Nanotechnik wird das Verhalten des Menschen erklärt aus chemischen und physikalischen Prozessen. Bereits der Versuch, das Verhalten des Menschen hieraus zu erklären, zeigt deutlich, dass die Existenz einer Seele, eines Gottes, eines Sinn stiftenden Wesens geleugnet wird. Es geht eben gerade darum, zu beweisen, dass man alle menschlichen Verhaltensweisen allein mittels messtechnisch nachweisbarer Faktoren erklären kann. Würde dies gelingen, wäre damit zwar nicht bewiesen, dass es Gott nicht gibt, aber zumindest wäre bewiesen dass Gott nicht eingreift. Wie aussichtslos dieses Unterfangen ist, leuchtet unmittelbar ein, wenn man sich vor Augen hält, dass Gott als bewusstes Wesen willkürlich eingreifen kann, und eben deshalb nicht an jedem Prozess, der abläuft, beteiligt ist.

Die Prämisse, dass es Gott nicht gibt, ist nicht beweisbar und insofern unsinnig. Die Behauptung vieler Gläubiger jedoch, dass es Gott gibt, ist beweisbar und damit sinnvoll. Die Erwartung der Wissenschaftler, Gott als regelmäßiges Naturgesetz zu finden, scheitert an der Tatsache, dass wenn es Gott gibt, sein Verhalten willentlich ist. Wenn hier also von der Beweisbarkeit Gottes die Rede ist, dann insofern, dass er wahrnehmbar ist. Es liegt an Gott, sich so zu zeigen, dass er messtechnisch erfassbar wird.

Bis dahin wird die Existenz Gottes nur als menschliche Wahrnehmung belegbar sein.

Aber es geht hier nicht nur um die Existenz Gottes, sondern um die Existenz von nicht messbaren Erfahrungen und Energien und ihre Relevanz für das menschliche Leben.


Wird fortgesetzt...........