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aktuelle
Wissenschaft Homöopathie |
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Geschüttelt. nicht gerührt! Wissenschaftliche Nachweise für Wirkung der homöopathischen Lösung Was für James Bond gilt, galt schon viel länger für die Herstellung homöopathischer Lösungen: Es muss geschüttelt werden, nicht gerührt! Auf den ersten Blick erscheint dies wie ein unsinnige, spitzfindige Anleitung, doch genau diese Anweisung könnte heute der Homöopathie zur wissenschschaftlichen Anerkennung verhelfen. Die neuesten Untersuchungsergebnisse belegen, dass das homöopathische Potenzierungsverfahren tatsächlich wirkt, während die gleiche Verdünnung, nur gerührt, nicht wirkt. Gleich drei Forschungsarbeiten in relativ kurzer Zeit deuten darauf hin, dass hochverdünnte Lösungen sich anders verhalten, als bisher angenommen wurde. Die Kritik der Wissenschaftler an der Homöopathie wurde bisher vor allem an der Potenzierung (die extreme Verdünnung) der Lösungen festgemacht. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass kein bekanntes Naturgesetz die Wirkung von Lösungen erklären könne, die nicht ein Molekül des Stoffes mehr enthielten, der die Heilung auslösen solle. Nun sind in kurzer Abfolge drei Forschungsarbeiten zum Thema hochverdünnte Lösungen zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Diese Ergebnisse bieten erste Erklärungsansätze, wie dieser Mechanismus funktionieren könnte, und befreien so die Homöopathie aus der Beweisnot. Zwar gab es auch viele statistische Untersuchungen über die Wirkung homöopathischer Mittel, sie führten jedoch zu keinem eindeutigen Ergebnis. Mal zeigten sich Heilwirkungen, mal zeigten sie sich nicht, je nach dem wer die Untersuchung in Auftrag gab. So wirkte der Hinweis auf die naturwissenschaftlich nicht erklärbare Wirkung wie ein Zünglein an der Waage, dass die Homöopathie wie Humbug aussehen ließ. Was ist also passiert, dass diese Bastion der Kritiker so ins Wanken gerät: 2001: Das südkoreanische Kwangjuan Institute Der Koreaner Dr. Shashadhar Samal und
der Deutsche Dr. Kurt E. Geckeler, beide sind Chemiker am
südkoreanischen Kwangjuan Institute of Science and Technology,
untersuchten im Jahr 2001 Fullerene, eine erst 1985 entdeckte
Modifikation vom Kohlenstoff, ähnlich dem Diamanten oder Graphit.
Dabei stellten sie überrascht fest, dass Fullerene, wenn sie in
Wasser gelöst wurden, sich zu unregelmäßigen Aggregaten (Klumpen)
zusammenschlossen. Nach herrschender Lehre hätten sie sich mehr
oder wenig gleichmäßig verteilen sollen. Als Shashadhar Samal nun
testete, ob dies an den Fullerenen liegt, zeigte sich dasselbe
Verhalten auch bei Zuckermolekülen oder Salz. Die Wirkung ging
nicht vom gelösten Stoff sondern vom Lösungsmittel aus, dem
Wasser. Offensichtlich verhalten sich Stoffe in hochverdünnten
Lösungen also anders, als erwartet, sie bilden Klumpen und je
höher die Verdünnung ist, desto stärker ist auch die
Klumpenbildung. Dieses Ergebnis wird inzwischen allgemein anerkannt. Juni 2003: Der Schweizer Chemiker Louis Rey Der international anerkannte Schweizer Chemiker Prof. Louis Rey, untersuchte Muster der Wasserstoffbindungen. Er benutzte das Phänomen der Thermolumineszenz, um unterschiedliche Muster bei verschiedenen Salzlösungen festzustellen. Hierbei wird Wasser, in dem verschiedene Salze gelöst werden, gefroren und dann wieder erwärmt. Je nach gelöstem Stoff zeigen sich bei bestimmten Temperaturen Lichtpulse, das Wasser gibt seine erhaltene Energie in Form von Licht wieder ab. Dieser Effekt ist durchaus bekannt. Rey ging dann aber weiter und begann, homöopathische Lösungen mit dieser Methode zu untersuchen. Er löste wieder verschiedene Salze in Wasser und verdünnte diese Lösungen unter genauer Beachtung der homöopathischen Vorschriften. Am Ende der Potenzierungen, so wird die stetige Verdünnung genannt, ist rein rechnerisch kein einziges Salzmolekül mehr vorhanden. Nun fror er die Lösungen ein, erwärmte sie wieder und registrierte die Lichtpulse bei bestimmten Temperaturen. Das erstaunliche, auch für Rey, war, dass die Lichtpulse bei spezifischen Temperaturen auftraten bzw. unterdrückt wurden, als wären die jeweiligen Stoffe noch in der Lösung vorhanden. Das Wasser schien die Information, welcher Stoff in ihm gelöst worden war, zu speichern. Rey hat seine Untersuchungsergebnisse im Juni 2003 veröffentlicht, um andere Forscher anzuregen, dass Experiment zu replizieren. Im Moment werden die Ergebnisse diskutiert. Rey wäre nicht der erste Forscher, der durch Untersuchungen auf dem Gebiet der Homöopathie seinen guten Ruf verliert, den er zur Zeit zweifellos genießt. Die Kritiker an Reys Versuchen behaupten, dass noch Moleküle der Salze vorhanden waren, Rey also die Potenzierungen nicht sorgfältig genug durchgeführt hätte. Diese Kritik berücksichtigt jedoch nicht die Ergebnisse der Forschungsarbeit von Samal. Durch die Bildung von Aggregaten sollten die meisten Proben der potenzierten Lösungen kein einziges Molekül mehr enthalten und nur ganz wenige ein Aggregat. Dies hätte sich in denn Versuchen von Rey als erhebliche Abweichungen bemerkbar machen müssen. Die meisten Versuche hätten keine Wirkung der gelösten Stoffe mehr gezeigt, das war aber nicht der Fall. Erklärungen für die Ergebnisse von Rey gibt es bis heute noch keine. Man darf gespannt sein, ob es anderen Forschern gelingt, die Versuche von Rey zu bestätigen. November 2003: Institut für Pharmazie der Universität Leipzig Prof. Dr. Karen Nieber (Leitung), Prof. Dr. Wolfgang Suess und Apothekerin Franziska Schmidt, vom Institut für Pharmazie der Universität Leipzig haben gezielt nach einem Wirkungsnachweis für homöopathische Lösungen geforscht. Das bemerkenswerte Ergebnis ihrer Forschungen wurde im November 2003 bereits mit einem Preis ausgezeichnet und wird heftig diskutiert, obwohl die Arbeit selber gerade erst veröffentlicht wird. Es ging darum, eine Wirkung in vitro zu zeigen, also gewissermaßen im Reagenzglas. Die Forschergruppe entschloss sich, mit der Wirkung von Belladonna, auch als Tollkirsche bekannt, zu arbeiten. Experimentiert wurde mit einem Teil des Dünndarms von Ratten. Die Darmpräparate wurden mit den körpereigenen Stoffen gereizt und zur Kontraktion veranlasst. Die Kontraktionen konnten eindeutig gemessen werden. Fügten die Forscher nun vor der Gabe der köpereigenen Stoffe eine hochverdünnte Belladonnalösung hinzu, war die Kontraktion verändert. Es zeigte sich, dass die Wirkung der homöopathischen Lösung (geschüttelt, nicht gerührt) vom Grad der Verdünnung abhing. War die Verdünnung noch nicht so hoch, so wirkte Belladonna reizend und verstärkte die Kontraktionen. Wurde die Verdünnung erhöht, ließ diese Reizung nach, bis schließlich keine Wirkung mehr eintrat, so als hätte man einfach nur Wasser hinzugefügt. Die weitere Verdünnung ergab dann jedoch eine Verminderung der Kontraktionen. Obwohl also kein Molekül mehr von Belladonna in der Lösung war, konnte die Lösung die durch den Reizstoff ausgelösten Kontraktionen verringern. Es zeigte sich auch, dass diese Wirkung ausblieb, wenn die Verdünnungen durch vorsichtiges Rühren hergestellt wurden. Die Untersuchungen ergaben einen Hinweis darauf, dass die Lösungen nicht direkt auf den Muskel wirkten, sondern nervale Übertragungsmechanismen beeinflusst wurden. Sollten sich diese Versuchsergebnisse bestätigen, wäre das ein entscheidender Durchbruch auf dem Weg zur wissenschaftlichen Anerkennung. Die Diskussion der Ergebnisse hat bereits begonnen. Es lassen sich drei Richtungen unterscheiden: Zum einen wird Prof. Dr. Süss vorgeworfen, hier nicht unparteiisch zu sein. Prof. Dr. Süss macht aus seiner Sympathie für die Homöopathie auch keinen Hehl. Argumente ad personam scheinen mir jedoch prinzipiell ungeeignet, über die Seriosität einer Forschungsarbeit sinnvolle Aussagen treffen zu können, selbst wenn eine Verbindung zu entsprechenden Wirtschaftunternehmen besteht. Die zweite Richtung zielt auf die Verdünnung. Es wird argumentiert, dass die Reizung möglicherweise allein auf Grund der Verdünnung des Reizstoffes durch Zugabe der Belladonnalösung nachgelassen hat. Da das Verhältnis des Volumens der Belladonnalösung zum Volumen des Organbades 1:1000 betrug, kann dieses Argument nicht fruchten. Die dritte Richtung zielt auf den Forschungsgegenstand selber. Der Beweis einer Wirkung in vitro sei noch lange kein Beweis für eine Wirkung in vivo (im realen Leben, also am Menschen). Das ist natürlich richtig und gilt für jeden Wirkstoff. Eine Forschungsarbeit in vitro hat ja auch nicht dieses Ziel, sondern untersucht prinzipielle Wirkungen. Die Antwort auf die Grundbehauptung der bisherigen Kritik, dass eine Lösung ohne ein einziges Molekül des Wirkstoffes nach den Grundsätzen der Naturwissenschaft nicht wirken kann lautet nun "... und es kann doch!". Fazit: Die Forschungsergebnisse der jüngsten Zeit sprechen für eine naturwissenschaftliche Bestätigung der Wirkung von homöopathischen Verdünnungen. Zumindest dürfte das Hauptargument der Kritiker, dass homöopathische Verdünnungen prinzipiell nicht wirken können, bald der Vergangenheit angehören. Die Tatsache, dass der Begründer der Homöopathie, Dr. S. F. Hahnemann, bereits Anfang des 19. Jahrhunderts erkannte, dass der mechanische Einfluss intensiven Verschüttelns die arzneiliche Wirksamkeit sogar steigerte und diesen Prozess ab diesem Zeitpunkt "Potenzen" (lat. potentia = Kraft, Wirksamkeit) nannte, gibt all jenen Recht, die im Begründer der Homöopathie einen erfolgreichen Wissenschaftler sehen. Auf dem Weg zur Anerkennung wird sich
die Homöopathie natürlich noch vielen Untersuchungen stellen
müssen. Was für Belladonna gilt, muss nicht für alle in der
Homöopathie angewendeten Substanzen gelten, aber es wird immer
wahrscheinlicher, dass die Lehre von Hahnemann, die Homöopathie,
bald zu den anerkannten Heilmethoden zählt. Und so mögen denn
immer mehr Menschen zu den gleichen Erfahrungen gelangen, wie einer
der frühen Patienten, Johann
Wolfgang v. Goethe. Dieser schrieb in einem Brief: "Ich glaube
jetzt, eifriger denn je, an die Lehre des wundersamen Arztes,
seitdem ich die Wirkung einer allerkleinsten Gabe so lebhaft
gefühlt und immer wieder empfinde!" Johannes Rosenberg
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